INFORMATIONSSICHERHEIT FÜR MITARBEITENDE

Kurs der hookfree Academy

Informationssicherheit verstehen und im Arbeitsalltag einordnen

Informationssicherheit bedeutet mehr als Firewalls, Passwörter oder Virenschutz. Im Mittelpunkt stehen die Informationen einer Organisation – unabhängig davon, ob sie digital, auf Papier oder mündlich verarbeitet werden.

Der Kurs vermittelt ein grundlegendes Verständnis dafür, was Informationssicherheit bedeutet, wie sie sich von IT-Sicherheit und Datenschutz unterscheidet und warum sie eine gemeinsame Aufgabe von Technik, Organisation und Menschen ist. Außerdem lernen Teilnehmende, Risiken und Schutzbedarf bewusst einzuordnen und angemessene Maßnahmen zu verstehen.

Informationssicherheit für Mitarbeitende im Arbeitsalltag
Informationssicherheit schützt nicht nur Systeme, sondern die Informationen, die eine Organisation für ihre Arbeit benötigt.
Grundlagen

Was schützt Informationssicherheit eigentlich?

Viele Menschen denken bei Informationssicherheit zunächst an technische Systeme. Der eigentliche Ausgangspunkt sind jedoch Informationen: Inhalte, die in einer Organisation entstehen, verarbeitet werden und Entscheidungen ermöglichen.

Technik ist dabei häufig nur das Transport- oder Verarbeitungssystem. Der eigentliche Wert – und damit auch das mögliche Risiko – liegt in der Information selbst.

01

Digitale Informationen

Informationen befinden sich beispielsweise in Fachanwendungen, E-Mails, Dokumenten, Ticketsystemen oder Datenbanken.

02

Analoge Informationen

Auch Akten, Ausdrucke, Post-its, Notizbücher oder Whiteboards können schützenswerte Informationen enthalten.

03

Mündliche Informationen

Informationen werden ebenfalls in Telefonaten, Besprechungen oder kurzen Abstimmungen auf dem Flur weitergegeben.

Grundgedanke

Der Inhalt steht im Mittelpunkt – nicht nur das System.

Informationssicherheit betrachtet Informationen unabhängig von ihrem technischen oder nichttechnischen Träger.
Abgrenzung

Informationssicherheit ist mehr als IT-Sicherheit

IT-Sicherheit beschäftigt sich insbesondere mit dem Schutz von Systemen, Netzwerken und technischen Komponenten. Sie ist damit ein zentraler Bestandteil der Informationssicherheit, bildet aber nicht deren gesamten Umfang ab.

IT-Sicherheit

Systeme und Technik schützen

Systeme sollen nicht kompromittiert werden, Zugriffe müssen kontrolliert sein und technische Angriffe sollen abgewehrt werden.

Ein wichtiger Teil der Informationssicherheit.

Informationssicherheit

Informationen ganzheitlich schützen

Neben Technik werden auch Prozesse, Abläufe, Zuständigkeiten und der tägliche Umgang mit Informationen betrachtet.

Das Schutzgut ist die Information selbst.

Praxis

Informationssicherheitsprobleme entstehen auch ohne Cyberangriff

Ein Sicherheitsproblem muss nicht durch Malware, Hacker oder einen technischen Ausfall entstehen. Der Kurs zeigt mehrere Situationen, in denen Informationen allein durch den täglichen Umgang gefährdet werden können.

Vertraulicher Ausdruck

Ein Dokument mit vertraulichen Informationen liegt offen im Büro und kann von unberechtigten Personen eingesehen werden.

Falscher Empfänger

Ein Dokument wird versehentlich an die falsche Person verschickt – ganz ohne technischen Angriff.

Falsche oder veränderte Version

Inhalte werden durch eine fehlerhafte Übernahme, eine falsche Version oder unklare Zuständigkeiten verändert.

Datenschutz & Informationssicherheit

Zwei eng verbundene Bereiche – aber nicht dasselbe

Datenschutz und Informationssicherheit überschneiden sich, verfolgen jedoch unterschiedliche Schwerpunkte.

Datenschutz

Personenbezogene Daten

Datenschutz schützt personenbezogene Daten und die Rechte der davon betroffenen Personen.

Informationssicherheit

Alle relevanten Informationen

Informationssicherheit schützt alle für eine Organisation relevanten und schützenswerten Informationen – unabhängig davon, ob sie personenbezogen sind.

Beispiele für weitere schützenswerte Informationen

Interne Planungen, Vergabeunterlagen, Vertragsdetails, Zugangsdaten, technische Dokumentationen, Sicherheitskonzepte oder strategische Entscheidungen.

Lernziele

Das lernen Mitarbeitende über Informationssicherheit

Der Kurs vermittelt bewusst keine Sammlung einzelner Sicherheitsregeln, sondern ein gemeinsames Grundverständnis, mit dem spätere Anforderungen und Maßnahmen besser eingeordnet werden können.

Informationssicherheit von IT-Sicherheit und Datenschutz unterscheiden

Informationen als eigenständiges Schutzgut betrachten

die Bedeutung von Technik, Organisation und Menschen gemeinsam verstehen

Risiken anhand von Wahrscheinlichkeit und möglicher Auswirkung einordnen

unterschiedliche Schutzbedarfe sinnvoll priorisieren

Informationssicherheit als fortlaufende Organisationsaufgabe verstehen

Verantwortung

Informationssicherheit ist nicht allein Aufgabe der IT

Die IT übernimmt eine zentrale Rolle beim Betrieb von Systemen und bei technischen Schutzmaßnahmen. Informationssicherheit entsteht jedoch überall dort, wo Menschen Informationen erstellen, verarbeiten, speichern oder weitergeben.

Technik

Systeme absichern

Technische Maßnahmen helfen beim Absichern, Kontrollieren und Automatisieren.

Organisation

Abläufe und Zuständigkeiten klären

Klare Prozesse legen fest, wer Informationen nutzen oder weitergeben darf und welche Version verbindlich ist.

Menschen

Entscheidungen im Alltag treffen

Mitarbeitende setzen Informationssicherheit überall dort praktisch um, wo Informationen genutzt werden.

Schwachstellen entstehen häufig an Übergängen.

Deshalb müssen Technik, Organisation und Menschen gemeinsam betrachtet werden.

Organisation

Klare Abläufe und Zuständigkeiten reduzieren Sicherheitsrisiken

Viele Risiken entstehen nicht, weil technische Maßnahmen versagen. Häufig sind Prozesse unklar oder Verantwortlichkeiten nicht eindeutig geregelt.

01

Wer darf welche Informationen weitergeben?

02

Welche Version eines Dokuments ist verbindlich?

03

Wo werden Informationen abgelegt?

04

Wer entscheidet im Zweifel?

05

Wie wird festgehalten, dass eine Information korrekt ist?

Informationssicherheit bedeutet

klare Zuständigkeiten, verständliche Abläufe und nachvollziehbare Entscheidungen.

Unabhängig davon, wie groß eine Organisation ist.
Schutzgut Information

Der Wert einer Information hängt vom Nutzungskontext ab

Informationen sind eine Grundlage dafür, Entscheidungen zu treffen, Abläufe zu steuern und Leistungen zuverlässig zu erbringen.

Dabei entsteht ihr tatsächlicher Wert nicht nur durch den Inhalt selbst. Entscheidend ist auch, für wen eine Information bestimmt ist, wann sie benötigt wird und in welchem Prozess sie eingesetzt wird.

Risikobewertung

Risiken entstehen aus Auswirkung und Wahrscheinlichkeit

Informationssicherheit betrachtet nicht nur, was grundsätzlich passieren könnte. Entscheidend ist auch, wie schwer die möglichen Folgen wären und wie wahrscheinlich der Eintritt eines Ereignisses ist.

01 Mögliche Auswirkung

Wie gravierend wäre ein möglicher Schaden für die Organisation?

02 Wahrscheinlichkeit

Wie realistisch ist es, dass dieser Schaden tatsächlich eintritt?

Risiko Bewerten und behandeln
Risikomatrix

Unterschiedliche Risiken erfordern unterschiedliche Maßnahmen

Der Kurs erläutert eine Risikomatrix anhand von drei Beispielen. Je höher mögliche Auswirkung und Eintrittswahrscheinlichkeit sind, desto kritischer wird ein Risiko für die Organisation.

Geringes Risiko

Geringe Auswirkung und geringe Wahrscheinlichkeit

Beispiel: Eine interne allgemeine Information wird versehentlich von einer zusätzlichen Person gelesen, ohne dass daraus ein konkreter Schaden entsteht.

Mittleres Risiko

Spürbare Auswirkung und realistischer Eintritt

Beispiel: Eine E-Mail mit sensiblen Informationen wird an einen falschen internen Verteiler oder eine nicht benötigte Person gesendet.

Hohes Risiko

Hohe Auswirkung und hohe Wahrscheinlichkeit

Beispiel: Unberechtigter Zugriff auf sensible personenbezogene Daten oder regelmäßig verarbeitete geschäftskritische Informationen.

Risiken sind keine unveränderlichen Zustände.

Organisatorische, technische und personelle Maßnahmen können Eintrittswahrscheinlichkeit und mögliche Auswirkungen reduzieren.

Risikosteuerung

Ziel ist nicht, jedes Risiko vollständig zu vermeiden

Informationssicherheit verfolgt kein Ziel absoluter Sicherheit. Ein hundertprozentiger Schutz ist weder realistisch noch wirtschaftlich sinnvoll.

Entscheidend ist vielmehr, Risiken bewusst zu steuern und angemessene Entscheidungen über Schutzbedarf, Aufwand und Nutzbarkeit im Arbeitsalltag zu treffen.

01

Schutzbedarf

Welche Auswirkungen hätte Verlust, Veränderung oder Offenlegung einer Information?

02

Aufwand

Welcher organisatorische oder technische Aufwand ist für den gewünschten Schutz erforderlich?

03

Nutzbarkeit

Wie lassen sich Schutzmaßnahmen so gestalten, dass Arbeitsabläufe weiterhin sinnvoll funktionieren?

Priorisierung

Nicht jede Information benötigt dasselbe Schutzniveau

Werden alle Informationen gleichermaßen streng behandelt, kann dies zu Mehraufwand, Überforderung oder bewusster Umgehung von Regeln führen.

Deshalb gehört zur Informationssicherheit auch die bewusste Priorisierung. Entscheidend ist, wo Verlust, Veränderung oder Offenlegung tatsächlich Folgen hätten.

Sinnvolle Priorisierung

Schutz dort konzentrieren, wo er tatsächlich benötigt wird

Angemessene Schutzmaßnahmen schaffen Akzeptanz und helfen dabei, Informationssicherheit als sinnvollen Bestandteil der täglichen Arbeit zu verankern.

Organisationsaufgabe

Informationssicherheit ist kein einmaliges Projekt

Organisationen verändern sich, Prozesse entwickeln sich weiter und damit verändern sich auch Risiken und Anforderungen.

01

Informationen nutzen

Informationen werden erstellt, verarbeitet, gespeichert und weitergegeben.

02

Risiken einordnen

Auswirkungen und Eintrittswahrscheinlichkeiten müssen bewusst bewertet werden.

03

Schutz anpassen

Angemessene organisatorische, technische und personelle Maßnahmen werden abgeleitet.

04

Regelmäßig überprüfen

Informationssicherheit muss fortlaufend betrachtet und weiterentwickelt werden.

Sicherheit entsteht im Arbeitsalltag.

Dort, wo Informationen erstellt, genutzt, weitergegeben oder gespeichert werden, wird Informationssicherheit praktisch umgesetzt.

Zusammenfassung

Die wichtigsten Grundgedanken zur Informationssicherheit

1

Informationssicherheit schützt Informationen, nicht ausschließlich technische Systeme.

2

Informationen können digital, analog oder mündlich vorliegen.

3

Datenschutz und IT-Sicherheit sind wichtige, aber eigenständige Teilbereiche beziehungsweise Schnittstellen.

4

Technik, Organisation und Menschen müssen gemeinsam betrachtet werden.

5

Risiken werden anhand möglicher Auswirkungen und ihrer Eintrittswahrscheinlichkeit eingeordnet.

6

Schutzmaßnahmen müssen zum tatsächlichen Schutzbedarf und zum Arbeitsalltag passen.

Kursabschluss

Wissen mit Zwischenfragen und Abschlusstest festigen

Die angegebene Bearbeitungszeit berücksichtigt neben den vier Lernvideos auch die vorgesehenen Zwischenfragen und den abschließenden Wissenstest.

ca. 22 Minuten
Häufige Fragen

Häufige Fragen zur Informationssicherheit

Die wichtigsten Inhalte des Kurses kompakt und verständlich zusammengefasst.

Was bedeutet Informationssicherheit?

Informationssicherheit betrachtet Informationen als schützenswertes Gut. Dabei werden nicht nur technische Systeme betrachtet, sondern auch Prozesse, Abläufe, Zuständigkeiten und der tägliche Umgang mit Informationen.

Was ist der Unterschied zwischen Informationssicherheit und IT-Sicherheit?

IT-Sicherheit konzentriert sich insbesondere auf Systeme, Netzwerke und technische Komponenten. Informationssicherheit ist breiter und betrachtet die zu schützenden Informationen unabhängig davon, wie oder wo sie verarbeitet werden.

Was ist der Unterschied zwischen Datenschutz und Informationssicherheit?

Datenschutz schützt personenbezogene Daten und die Rechte betroffener Personen. Informationssicherheit umfasst darüber hinaus alle Informationen, die für eine Organisation relevant und schützenswert sind.

Ist Informationssicherheit nur Aufgabe der IT?

Nein. Die IT setzt wichtige technische Schutzmaßnahmen um, Informationssicherheit entsteht jedoch überall dort, wo Informationen erstellt, verarbeitet, gespeichert oder weitergegeben werden.

Wie werden Risiken in der Informationssicherheit bewertet?

Der Kurs betrachtet zwei Faktoren: die mögliche Auswirkung eines Ereignisses und die Wahrscheinlichkeit, dass dieses Ereignis eintritt. Aus dieser Kombination lässt sich ableiten, wie ein Risiko eingeordnet und behandelt werden sollte.

Muss jede Information gleich streng geschützt werden?

Nein. Nicht jede Information benötigt dasselbe Schutzniveau. Der Schutz sollte sich daran orientieren, welche Folgen ein Verlust, eine Veränderung oder eine Offenlegung tatsächlich hätte.

Kann Informationssicherheit hundertprozentige Sicherheit gewährleisten?

Nein. Der Kurs macht deutlich, dass absolute Sicherheit weder realistisch noch wirtschaftlich sinnvoll ist. Ziel ist vielmehr, Risiken bewusst zu steuern und angemessene Schutzmaßnahmen festzulegen.

Warum ist Informationssicherheit ein fortlaufender Prozess?

Organisationen, Prozesse und Anforderungen verändern sich. Deshalb müssen Risiken und Schutzmaßnahmen regelmäßig überprüft und bei Bedarf angepasst werden.

hookfree Academy

Ein gemeinsames Verständnis für Informationssicherheit schaffen

Der Kurs „Informationssicherheit“ ist Bestandteil der hookfree Academy und vermittelt die Grundlage für weitere Themen rund um Security Awareness, Datenschutz und den sicheren Umgang mit Informationen.